Das Craniosacrale System


Das Craniosacrale System besteht aus drei Ebenen. Es setzt sich äußerlich aus dem Schädel (lat. Cranium), der Wirbelsäule, sowie dem Kreuzbein (lat. Sacrum) und Steißbein zusammen. Innerlich umfasst es die Gehirn- und Rückenmarkshäute (lat. Meninges). Die dritte Ebene bildet die Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit (Liquor cerebrospinalis). Funktion bzw. Dysfunktion drückt sich über den Craniosacralen Rhythmus aus.

In den meisten Anatomie-Lehren geht man davon aus, dass der Schädel eines Erwachsenen an den Schädelnähten fest verwachsen und unbeweglich sei.
Wie es jedoch von Dr. William Garner Sutherland schon frühzeitig nachgewiesen wurde, bilden unser Kopf und das Gehirn ein fluktuierendes System, dessen Schädelknochen gelenkartig verbunden sind und sich miteinander bewegen. Auch Hirnhäute bewegen sich, und hier insbesondere die Gehirnmembranen. 

Im Inneren unseres Schädels befinden sich die Hirnkammern (Ventrikel) in denen die Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit gebildet wird, die sich ebenfalls ständig in Bewegung befindet. Der freie Fluss des Liquor und die uneingeschränkte Bewegung der knöchernen Strukturen des Craniosacralen System regulieren zahlreiche, lebenswichtige Körperfunktionen.

Nicht zum Craniosacralen System gezählt werden die Faszien. Faszien sind Häute die aus Bindegewebe bestehen und in zig Schichten jeden Muskel, jeden Knochen, jedes Organ, die Bänder, Sehnen und Blutgefäße einhüllen. Wie Blätterteigschichten verbinden sie alles mit allem. Zwischen den einzelnen Faszienschichten sind Flüssigkeiten, die den inneren Organen ein sanftes Gleiten ermöglichen. Die Faszien beeinflussen durch ihre enormen Zugkräfte das Craniosacrale System und üben gleichzeitig eine Trägerfunktion für den Craniosacralen Rhythmus aus.

Die Beziehung der Köpersysteme zueinander

Mit der sanften, nicht invasiven Arbeit am Craniosacralen System fördert der Craniosacral-Praktizierende die Ausgeglichenheit des Craniosacralen Rhythmus. Dies vitalisiert den Körper von innen, fördert den Austausch der Körperflüssigkeiten untereinander und begünstigt sämtliche Körpersysteme in ihrer Funktion.

Folgende Körpersysteme sind miteinander verbunden:
  • Craniosacral-System
  • Nervensystem
  • Immunsystem
  • Hormonsystem
  • Blutkreislauf
  • Atemsystem
  • Bewegungsapparat
  • Lymphsystem


Durch die craniosacrale Köperarbeit werden alle Systeme angesprochen und ausbalanciert und ihre Verbindung sanft unterstützt.

So wird durch spezielle Kopfgriffe zum Beispiel nicht nur eine bessere Beweglichkeit der Schädelknochen bewirkt, sondern auch der Abtransport von venösem Blut gefördert und die Austrittsstellen für Gehirnnerven geweitet, um eine bessere Funktion derselben zu gewährleisten.

Die Entspannung eines Faszienzuges, ausgelöst zum Beispiel durch eine Narbe, kann helfen Schädigungen im Bewegungsapparat zu vermeiden bzw. zu verbessern.

Der Lymphfluss, der für Entgiftung und Entschlackung sorgt, wird durch Berührung angeregt und bei harmonischem Craniosacral Rhythmus immerfort drainiert.