Geschichte und Ursprung


Die Craniosacrale Körperarbeit entwickelte sich als eigenständiger Ansatz aus der Osteopathie.

Zur Osteopathie:

Als Begründer der Osteopathie gilt der Amerikaner Dr. Andrew Taylor Still, der Mitte des 19. Jahrhunderts durch seine Forschungen zu den Prinzipien der Osteopathie gelangte und 1892 die erste osteopathische Schule der Welt gründete. 

Die Prinzipien der Osteopathie:


1. Leben ist Bewegung
Bewegung ist eines der Grundprinzipien des Lebens. Dies bedeutet sowohl Bewegung im Sinne von Dynamik, Veränderung, Handeln, als auch im mechanischen Sinne. Jede Krankheit bedeutet eine Einschränkung der Bewegungsmöglichkeiten.

2. Die Interaktion von Struktur und Funktion
Mit der Struktur meint man sämtliche Bestandteile des Körpers wie Knochen, Muskeln, Sehnen, Organe, Nerven, Körperflüssigkeiten, Bindegewebe. Als Funktion bezeichnet man die verschiedenen Aktionen in einem bestimmten Bereich des Körpers oder einzelner Körperteile miteinander. Laut Still beeinflussen sich Struktur und Funktion gegenseitig, jede Dysfunktion in der Struktur führt zu einer Einschränkung in der Funktion und umgekehrt. Somit müssen Struktur und Funktion immer als Gesamtes und nicht einzeln betrachtet werden.

3. Der Mensch ist eine Einheit
In der Osteopathie wird der Mensch als eine Einheit von Körper, Geist und Seele gesehen. Alle diese Ebenen stehen in Wechselwirkung zueinander und das eine ist der Ausdruck des anderen. Körper und Geist beeinflussen was und wie wir fühlen, und unsere Gefühle und seelischen Regungen beeinflussen was wir denken und unsere körperliche Verfassung. Jede emotionale Reaktion ist von körperlichen Vorgängen begleitet.

4. Das Gesetz der Arterie
Eine verbesserte Versorgung des Gewebes mit Nährstoffen, die optimale Gewährleistung des Abtransportes von Stoffwechselprodukten aus dem Gewebe über das venöse und lymphatische System und auch das energetische Gleichgewicht tragen essentiell zu einer Verbesserung der Selbstregulation bei.

5. Die Selbstheilungskräfte des Körpers
„Der Organismus verfügt über ein System der selbstregulierenden und selbstheilenden Kräfte.“ (Still)


Zur cranialen Osteopathie:


Die craniale Osteopathie wurde von Dr. William Garner Sutherland (1873 - 1954) entwickelt. Sutherland der ein direkter Schüler von Still war, war seinerseits geprägt vom Aufwachsen in einfachen Verhältnissen und dem bäuerlichen Leben. Seine dadurch gewonnene Hartnäckigkeit und die Liebe zum Detail prägten später seine intensiven Forschungen am menschlichen Schädel. Obwohl damals (wie auch heute noch) in der Anatomie gelehrt wird, dass der Schädel eines Erwachsenen an den Nähten fest verwachsen und in sich völlig unbeweglich ist, kamen dem jungen Sutherland gegen Ende seiner Ausbildung Zweifel an dieser Theorie und er begann seinem Verdacht, der Schädel würde sich wie „die Kiemen eines Fisches“ bewegen, nachzugehen. Er fand heraus, dass die einzelnen Schädelknochen durch Membranen verbunden sind und stellte so die Verbindung des Schädels über die Dura mit dem Kreuzbein fest.

Er palpierte die Schädel seiner Patienten und auch seinen eigenen und entdeckte dabei einen feinen Rhythmus, der unabhängig vom Atem-, Herz- oder Kreislaufsystem bestand. Er sprach vom „Primär respiratorischen Mechanismus“ oder auch dem „Atem des Lebens“.

Während seiner jahrzehntelangen Studien entdeckte er auch, dass verschiedene Druckanwendungen auf den Schädel sowohl körperliche, als auch emotionale Empfindungen bewirken konnten. Er begann zu verstehen, dass dies Symptome wie Kopfschmerzen, Sehstörungen, Hörstörungen, Kieferfehlstellungen bis hin zu schwerwiegenden Persönlichkeitsstörungen auslösen konnte. Er übertrug das Konzept der Osteopathie auf die Schädelknochen, entwickelte weiter extrem feine ausgefeilte Techniken und begründete somit die craniale Osteopathie.

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